Rom – ewig und drei Tage

Es heißt ja so schön, alle Wege führen nach Rom. Alle? Meiner jedenfalls stellte sich als gar nicht so leicht heraus. Denn: Rom liegt bekanntlich in Italien und so ewig wie die Stadt, so penetrant die Streiks in Italien, die schon seit jeher (für mich gefühlt ewig) zu Bella Italia gehören wie das Kolosseum zu Rom. Und so war es auch an diesem Septembermorgen. Leider wurden alle Italien-Flüge in dem mittäglichen Zeitkorridor gestrichen. Da ich auf Wartelisten und mit 30 Passagieren überbuchte Maschinen wenig Lust hatte, habe ich mich gleich auf den Nachtflieger umbuchen lassen. Also kam ich gut zwölf Stunden später an. Nachts ankommen finde ich ja nie so toll, denn da erkennt man eigentlich gar nicht so richtig, wo man sich befindet, aber meist ist dann der morgendliche Wow-Effekt umso größer.

Unser Bed & Breakfast befand sich in unmittelbarer Nähe zum Trevi-Brunnen…eigentlich WOW! Eigentlich, denn leider sprudelte da nichts. Der Trevi-Brunnen war in ein Baugerüst eingefasst und trocken gelegt. Was ewig Bestand haben will, muss halt auch ab und an saniert werden. Verstehe ich ja. Doch dass auch die Santa Trinita dei Monti am Ende der Spanischen Treppe wegen Sanierungsarbeiten wenig ansehnlich war, enttäuschte mich dann doch. Es muss ja wohl nicht alles gleichzeitig restauriert werden?!

Natürlich machte ich meinem Namen alle Ehre und spazierte auch auf der Via Giulia, angeblich eine der schönsten Straßen Roms. Naja, ganz hübsch ist sie ja, aber da gibt es doch viel schönere.

Ein Abstecher auf den Campo dei Fiori lohnt auf jeden Fall, am besten morgens, wenn die Händler ihre Trüffelprodukte, Balsamicos, Pastasorten aller Art und natürlich auch frische Früchte und Gemüse feil bieten.

Campo dei fiori
Campo dei fiori

Pasta, wohin das Auge reicht
Pasta, wohin das Auge reicht

Unweit des Campo dei Fiori kann man in der Osteria Enoteca Romano wunderbar essen. Solides, italienische Pasta zu akzeptablen Preisen.

Was ist ewig und muss man gemacht haben? Es sind schon die Klassiker, die man gesehen haben sollte. Das Kollosseum ist aus meiner Sicht tatsächlich ein absolutes Muss, ebenso das Forum Romanum, das Pantheon, die sixtinische Kapelle und der Petersdom.

Besonders hübsch ist die Engelsbrücke, die über den Tiber zur Engelsburg führt.

Engelsbrücke Rom

Schön sind auch die vielen Brunnen und Figuren. Diese Stadt quillt über davon….man weiß gar nicht, wo man zuerst hinschauen soll.

Oder einfach durch die vielen, schönen Gassen schlendern, sich treiben lassen, ganz ohne Checkliste mit Sehenswürdigkeiten, die man abzuarbeiten hat….

Absolutes Highlight im wahrsten Sinne des Wortes ist auch eine Fahrt in Rom’s Himmel. „Roma al cielo“ – der Aufzug auf dem Dach des Justizministeriums lifts you up! Der Ausblick ist atemberaubend. Da ist er, der #LIEBE DIE WELT-Moment  – endlich und ewig zugleich. Die ewige Stadt liegt mir zu Füßen und mit einem Male werde ich ruhig, höre auf zu suchen, nach dem, was die Stadt mir geben soll und nicht kann, weil die Erwartungen einfach maßlos überhöht sind. Es ist wie mit Silvesterparties. Meistens ist man enttäuscht, weil man zu viel erwartet, weil es toll werden muss. Wie soll eine Stadt einem solchen Anspruch gerecht werden? Und doch wird sie es, und zwar genau in dem Moment, in dem man loslässt, in dem man nicht mehr erwartet. Vielleicht ist das die wichitgste Erkenntnis dieser Reise.

Roma al cielo

 

 

Do’s & Dont’s

Do’s:
Spaghetteria L’Archetto: Authentische, frische Pasta; dienstags und freitags gibt es frische Muscheln…

Il Bocconcino: Kleines, süßes Ristorante in unmittelbarer Nähe zum Kollosseum in einer Seitenstraße. Frische Pasta mit saisonalen Produkten zu fairen Preisen.

Aperitivo auf einem der Piazze zu sich nehmen

Eis kaufen im Eiscafé Giolitti, einer der ältesten Bars in Rom, und einfach nur genießen!

Don’ts
La Rosetta: Nur weil Nicole Kidman diesen Laden in den Himmel gelobt hat und er jetzt in jedem Reiseführer angepriesen wird, ist das noch lange nicht das Beste, was es hier gibt – das Preis-/Leistungsverhältnis ist nicht gut

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